Die eigenen Interessen aufspüren PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 14. Januar 2010 um 11:06 Uhr

In den 80er-Jahren war er Absolvent sowohl der LIH als auch der GOB in Bozen. Seit er Ende November als Forschungsleiter eines deutschen Unternehmens die „fühlende Hand“, eine Weiterentwicklung der „gedankengesteuerten Prothese“, vorgestellt hat, ist er in aller Munde. Gespräch mit dem Südtiroler Hubert Egger

ZUR PERSON
Hubert Egger ist 1964 geboren und auf einem Bauernhof in St. Andrä bei Brixen aufgewachsen. Nach Volks- und Mittelschule besuchte er zunächst die Berufsschule für Betriebselektriker in Bruneck, dann in Bozen die Lehranstalt für Industrie und Handwerk sowie die Gewerbeoberschule. Ab 1984 Studium der Elektrotechnik/Nachrichtentechnik an der TU Wien. Nach Abschluss des Studiums als Diplomingenieur (1993) war er als Assistent an der TU tätig, arbeitete für mehrere Unternehmen als Hardwareentwickler im Bereich Mobilfunk und als Stationshelfer im „Haus der Barmherzigkeit“ Wien. Egger begann 1994 ein Medizinstudium, das er 1999 mit der Dissertation zur Funktionellen Elektrostimulation abschloss. Seit 1994 kontinuierliche Publikationstätigkeit, zudem betreute er regelmäßig Fach- und Diplomarbeiten auf der TU. 1996 wurde ihm der HGV-Preis „für besondere berufliche Leistungen im Ausland“ zuerkannt. Seit 2000 Mitarbeiter des deutschen Unternehmens „Otto Bock Healthcare Products“, für das Egger als Forschungsleiter die „gedankengesteuerte Prothese“ entwickelt hat.

Egger ist seit 1982, als er freier Mitarbeiter bei Radio Nord einstieg, für den Rundfunk tätig. Seit seiner Übersiedlung nach Wien arbeitete er für verschiedene österreichische Radiosender als Moderator und Redakteur, bis heute ist er Wien-Korrespondent für die Südtiroler Nachrichtenagentur RMI.

DAS PROJEKT
Seit 2005 entwickelt Hubert Egger mit einem 20-köpfigen Forschungsteam die „gedankengesteuerte Prothese“. 2007 wurde der erste Prototyp vorgestellt, nunmehr ist sie serienreif. Grundkonzept: einen High-tech-Armersatz so mit dem Nervensystem verbinden, dass er auf Befehle des Gehirns anspricht.

Ende November präsentierte Egger eine Weiterentwicklung, den Prototypen der „fühlenden Hand“ mit einer klaren Zielvorgabe: Mit dem von einer Silikonschicht überzogenen Leichtmetallskelett sollte der Träger in der Lage sein, Druck, Temperatur oder Oberflächenkontur so wahrzunehmen wie zuvor mit seiner eigenen Hand. Bis die „fühlende“ Prothese alltagstauglich sein wird, so schätzt Egger, dürften noch drei bis vier Jahre vergehen.

Tageszeitung: Herr Egger, Ende November stellten Sie die „fühlende Hand“ vor. In der Folge entwickelte sich ein enormer Medienrummel, es gab Interviewanfragen aus aller Welt, von Amerika bis Japan. Überrascht?

Hubert Egger: Ich erwartete, dass unsere Pressekonferenz für ein gewisses Echo sorgen würde. Überrascht war ich allerdings vom Ausmaß des Interesses. So bin ich bis in den April hinein mit Medienterminen eingedeckt. Ich erkläre mir diesen Hype weniger mit dem technischen Durchbruch, der uns gelungen ist, sondern dem Schicksal des Christian Kandlbauer (Testperson des Forschungsteams – Red.). Er hat mit 17 Jahren bei einem Unfall beide Arme verloren, war rund um die Uhr auf fremde Hilfe angewiesen. Plötzlich gewinnt er mit Hilfe unserer Prothese eine Lebensqualität zurück, die mit jener eines Durchschnittsmenschen vergleichbar ist. Christian kann sich selber waschen, er geht einkaufen und fährt neuerdings mit dem Auto zur Arbeit, so, als ob nie etwas geschehen wäre.

Liegt das Interesse konkret nicht auch daran, dass eine Wand zwischen Mensch und Maschine eingerissen wurde? Die Rede ging von „Cyber-Arm“.

Der Begriff gefällt mir nicht so gut. Eine israelische Zeitung titelte „Science fiction wird Realität“ und griff damit auf Szenarien zurück, die es in den 1960er- und 70er-Jahren in den entsprechenden Comics gab. In Wirklichkeit liegt hier keine Technisierung des Körpers vor, sondern umgekehrt wird die Prothese ein Teil des menschlichen Körpers. So empfindet es der Prothesenträger ja auch.

Wie waren die erstaunlichen Resultate möglich?

Es handelt sich hier um ein großes, interdisziplinäres Forschungsprojekt. Das Entwicklungsteam von ‚Otto Bock Healthcare‘ arbeitet mit mehreren Universitäten zusammen. Da spielen ganz unterschiedliche Sparten wie die Elektronik, Elektrotechnik, Maschinenbau, die Medizin mit den Bereichen Neuro- und plastische Chirurgie und, nicht zu vergessen, die Psychologie eine wichtige Rolle.

Wo lagen die entscheidenden Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Prothese?

Das zentrale Problem in technischer Hinsicht: die Gehirnströme des Menschen, die sehr komplex aufgebaut sind, zu verstehen, dem Computer, der in der Prothese sitzt, zu ermöglichen, die Impulse des Gehirns nachzuvollziehen.

Es dürfte für Sie als Projektleiter auch nicht einfach sein, zwischen den Beteiligten, in ganz unterschiedlichen Fachbereichen tätigen Experten, zu vermitteln.

Wenn man Menschen unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammenführt, dann spielt die Sprache eine große Rolle. Wie muss man kommunizieren, dass jede in das Projekt involvierte Person nicht nur den eigenen Zugang, sondern die Gesamtabläufe nachvollziehen kann? Wie vermittle ich ihr die Probleme des jeweils anderen Faches, und zwar so, dass sie nicht überfordert wird. Dabei galt es nicht nur Kommunikationsprobleme zwischen den Disziplinen zu überwinden, sondern auch zwischen Forschern unterschiedlicher Wissenschaftskulturen. Ein Amerikaner stellt sich den Herausforderungen nicht unbedingt in derselben Weise wie ein Europäer.

Wenn man sich Ihren Lebenslauf ansieht, entdeckt man manches Ungewöhnliche. So studierten Sie nicht nur völlig unterschiedliche Fächer, Sie besuchten in Südtirol verschiedene Schultypen wie Berufsschule, Lehranstalt und Fachoberschule, waren zeitweise als Autodidakt unterwegs. Hat Sie die Breite Ihrer Ausbildung zur Leitung eines dermaßen komplexen Projektes prädestiniert?

Mein Weg war nie ein direkter, sondern immer sehr kurvenreich. Der Anstoß zu einer weiteren Ausbildungsetappe ergab sich eigentlich immer während eines Abschnittes, wo ich mir weiter gehende Fragen zum einen oder anderen Thema stellte. Dies gab dann den Impuls für die nächste Stufe, den Besuch einer neuen Schule oder das Studium eines neuen Faches. Zu meiner Sponsion zum Diplomingenieur der Elektrotechnik schickte ich einen Bekannten. Ich selbst hatte meine Leidenschaft für die Medizin entdeckt und besuchte währenddessen lieber eine Vorlesung in Biochemie. Der Besuch so unterschiedlicher Schultypen wie der Berufsschule oder der Gewerbeoberschule zeigten mir nicht zuletzt, dass es möglich ist, ein Problem auf ganz unterschiedliche Art und Weise zu betrachten. Dies kam mir dann als Leiter eines interdisziplinären Forschungsteams sehr zupass.

Nach der Mittelschule besuchten Sie in den 70er-Jahren zunächst eine Berufsschule. Haben Sie sich unterschätzt oder war das damals bezeichnend für einen Jungen, der im bäuerlichen Milieu aufwuchs.

Also in Wien wäre mein Ausbildungsweg sicher ein anderer gewesen. Damals gab es in Südtirol nicht so viele Möglichkeiten, eine praxisnahe, handwerkliche Ausbildung schien nahe liegend zu sein. Im Grunde halte ich es aber für nebensächlich, welchen konkreten Weg man einschlägt. Damals wie heute entscheidend für einen jungen Menschen ist es, den eigenen Interessen nachzuspüren und diese zu verfolgen. Das ist oft leichter gesagt als getan. Ich hatte das Glück, eine verständnisvolle Familie im Hintergrund zu wissen, die mich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei allen meinen Plänen unterstützte.

Denken Jugendliche und ihr Umfeld in der Frage der Ausbildung zu sehr in traditionellen Kategorien?

Die gesellschaftlichen Konventionen spielen immer noch eine erhebliche Rolle, der Einfluss der Werbung kann mitunter erdrückend sein. In den Ausbildungsstätten selbst, den Schulen, wird der Stoff immer breiter. Man bedenke, dass es zum Beispiel den gesamten Bereich der Informatik vor einigen Jahrzehnten gar nicht gab. Auch das macht es für den jungen Menschen nicht leichter, seine eigentlichen Interessen zu erkennen.

Sie waren sich nie zu schade, während Schule und Studien Jobs anzunehmen, um weitermachen zu können. Stehen sich heute junge Leute mit Ihrem Anspruchdenken nicht oft selber im Weg?

Das erlebe ich immer wieder. Junge Menschen wollen „dazugehören“ und nicht zuletzt die Werbung definiert, wie jemand sein muss, damit er „in“ ist. Da haben es Jugendliche heute sicher schwerer als wir damals, die wir nicht von allen Seiten bombardiert wurden. Sich Phänomenen wie etwa dem Markenkult nicht auszuliefern, ist wichtig. Man kann sich ruhig auf die materiellen Segnungen der Zeit einlassen, sollte sich aber auch bewusst sein, dass diese Dinge nicht wesentlich sind. Die große Gefahr besteht nach wie vor darin, werden zu wollen, was andere vorgeben, sich also manipulieren zu lassen.

Fachausbildung versus Allgemeinbildung, eine anhaltend kontrovers diskutierte Frage. Züchtet die heutige Schule Fachidioten oder ist das Angebot unverbindlich breit: Die Abgänger haben von vielem etwas mitbekommen, beherrschen aber nichts richtig?

Die Bedeutung eines allgemein bildenden Fundaments lässt sich nicht wegdiskutieren. Den Forscher, der alleine im stillen Kämmerlein tätig ist, gibt es ja de facto nicht mehr. Im Team benötigt man eine Reihe von Kompetenzen, die über das Fachliche hinausgehen, wie Sprachkompetenz oder einschlägige Fähigkeiten im sozialpsychologischen Bereich. Sich kompakt und dennoch für den Adressaten verständlich ausdrücken zu können, halte ich für eine Schlüsselqualifikation unserer Zeit. Während meiner Schulzeit habe ich die Allgemeinbildung sträflich unterschätzt, heute ist mir ihre Bedeutung umso bewusster.

Was sich ja an ihrem Ausbildungsweg ablesen lässt.

Ja, ich habe als Erwachsener stets versucht, mich mit Sprache allgemein, mit Rhetorik, verschiedenen Aspekten der Pädagogik auseinanderzusetzen. Speziell für die Bedeutung von Sprache als Mittel der Kommunikation wurde ich nicht zuletzt durch mein Engagement für das private Radio seit den 80er-Jahren sensibilisiert.

Welche Schwerpunkte soll die Schule also setzen?

Entscheidend ist, den Auszubildenden so zu erziehen, dass er die Wichtigkeit der Fächer selber erkennt, also: anregen und motivieren. Weniger bedeutsam ist die Vermittlung fachlicher Details. Ein Lehrer muss vor allem in der Lage sein, beim Schüler Interesse zu wecken. Lernen, vertiefen, sich fachlich weiterentwickeln muss der Betroffene dann ohnehin selber.

Werden die so genannten Soft skills in der Forschung unterschätzt?

Die Reibungsverluste, die durch entsprechende Defizite entstehen, sind enorm. Wenn man zum Beispiel mit einem Klinikvorstand und einem Programmierer arbeiten muss, hat man es mit zwei unterschiedlichen Typen zu tun. Als Projektleiter muss ich diese Personen auf eine konstruktive Weise zusammenführen. Es war und ist also eine meiner Hauptaufgaben, gewissermaßen als Mediator zu fungieren, Konfliktsituationen frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen. Konfliktmanagement ist das Um und Auf, wenn wo Menschen sind, menschelt es natürlich.

Anfang der 90er-Jahre waren Sie selbst Lehrer an der GOB Bozen …

… eine Zeit, die ich sehr gut in Erinnerung habe. Ich unterhielt ein angenehmes Verhältnis zu den Schülern. Nicht zuletzt die positiven Erfahrungen von damals hatten zur Folge, dass ich mit dem pädagogischen Bereich immer auf Tuchfühlung blieb.

Mit Ihnen studierten in den 80er-Jahren zahlreiche Südtiroler an der TU Wien. Kaum einer kam nach Südtirol zurück. Ist unser Land kein Pflaster für kompetente und ambitionierte Techniker?

Das mag für damals gelten, in der Zwischenzeit hat sich in Südtirol eine Menge getan. Wenn ich nur an die mittlerweile bestehenden Forschungseinrichtungen in Bozen denke, so ist die Rückkehr nach Südtirol für Absolventen technischer Hochschulen durchaus eine Überlegung wert. Dass es insgesamt in Wien leichter ist, Anschluss in Forschung und Weiterbildung zu finden, bleibt freilich eine Tatsache. Dennoch sehe ich das Problem heute eher anders gelagert: Wer im Ausland studiert, baut sich dort ein Stück Existenz auf, schlägt oft auch privat Wurzeln und fasst eine Rückkehr nicht mehr ins Auge.

Ist das Land, sind konkret die Unternehmen säumig, wenn es darum geht, Akademiker zurückzuholen?

Da sehe ich allerdings ungenutzte Möglichkeiten. Man könnte im Rahmen entsprechender Programme gezielt an die Absolventen herantreten und sie mit konkreten Angeboten nach Südtirol „locken“. Zumal eines klar ist: Je mehr Kapazitäten sich im Land befinden, umso schneller und dynamischer entwickeln sich Bereiche wie etwa die Nachrichtentechnik.

Neben Ihrer beruflichen Tätigkeit ist das Radio Ihre Leidenschaft.

Das ist richtig. Ich war bereits als Schüler der Gewerbe- bzw. Gewerbeoberschule Mitarbeiter bei verschiedenen Privatsendern, vor allem bei Radio Nord. Angeheuert wurde ich als Techniker, bald aber erwachte mein Interesse, auch vor den Kulissen tätig zu sein. Half ich zunächst dabei, Antennen zu installieren oder Studios einzurichten, so stieg ich nach und nach in den redaktionellen Bereich ein. Damals, um 1980, herrschte eine turbulente Situation in der Südtiroler Radiolandschaft. Während der RAI-Sender Bozen für uns Junge den Eindruck einer hermetisch abgeschlossenen Anstalt vermittelte, konnte man sich bei den Privaten richtig austoben, experimentieren, eigene Stärken und Schwächen ausloten. Man wurde quasi ins kalte Wasser geworfen, konnte andererseits aber in kurzer Zeit unglaublich viel lernen. Es ist kein Zufall, wenn heute namhafte Journalisten ihre ersten Schritte bei Südtiroler Privatsendern unternahmen.

Sie waren also bereits damals interdisziplinär unterwegs.

Ich moderierte Anfang der 80er-Jahre täglich die Morgensendung von Radio Nord und zweimal in der Woche die abendliche Hörerwunschsendung. Am Morgen kam ich zwar regelmäßig zu spät in die Schule, aber die Professoren der Gewerbeoberschule, die mich ja zum Teil auf Sendung hörten, drückten stets ein Auge zu.

Verfolgt man Ihre Aktivitäten zwischen Beruf und Hobbies – Sie sind unter anderen begeisterter Paragleiter –, gewinnt man den Eindruck, Ihr Tag habe mehr als 24 Stunden.

Bei mir sind die Grenzen zwischen Beruf und Hobbies fließend. Bei allen Problemen und Schwierigkeiten, die immer wieder auftauchen, verbinde ich mit meiner Arbeit stets persönliche Ziele. Wenn ich jetzt den Christian (Kandlbauer – Red.) Auto fahren sehe, denke ich darüber nach, welche die nächsten Schritte zur Verbesserung seiner Prothese sein könnten. Die Identifikation mit der Arbeit, sich stets neue Ziele setzen, aber auch Nein sagen können bei Dingen, die einen nicht überzeugen, dies alles setzt ohne Zweifel Energien frei. Auch wichtig: Jede Tätigkeit droht irgendwann monoton zu werden. Daher sollte man möglichst unterschiedliche Aktivitäten betreiben, um einen Ausgleich zu finden.

Wie sehen Sie als Auslandssüdtiroler die Entwicklung unseres Landes?

Das Land ist nach wie vor unglaublich schön und hat sich in letzter Zeit sehr rasch entwickelt. Als Großstädter, der in einem multikulturellen Umfeld lebt, fehlt mir in der Südtiroler Gesellschaft allerdings die Offenheit. Man konzentriert sich auf das eigene Fortkommen, tut sich schwer im Umgang mit Minderheiten, etwa mit Menschen, die aus anderen Kulturräumen zu uns kommen. Was ich da so im Rahmen von Stammtischgesprächen mitbekomme, ist zum Teil schon bedenklich. Andererseits stelle ich fest, dass das Zusammenleben der Sprachgruppen leidlich gut funktioniert. Zermürbende Konflikte, wie ich sie andernorts angetroffen habe, etwa in Kärnten, gibt es praktisch nicht.

1996 erhielten Sie den HGV-Preis „für besondere berufliche Leistungen im Ausland“. Welche Bedeutung hatte er für Sie?

Für mich stellte er eine große Freude und einen Motivationsschub dar. Ich kündigte auf der HGV-Gala an, das Preisgeld für mein Medizinstudium zu nützen. Genau das tat ich dann auch, und wenn ich heute ein Projekt im medizintechnischen Bereich erfolgreich gestalten kann, so denke ich durchaus dankbar an damals zurück.

Interview: Leo Hillebrand

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 14. Januar 2010 um 11:13 Uhr